Seit ca. 6 Monaten sind bei mir zwei Raspberry Pi Systeme als HTPC im Einsatz. Als Distribution wird die aktuelle Version 3.06 von openELEC genutzt, die als Front-End XBMC nutzt.

Vor einigen Monaten hatte ich hier im Blog ja bereits viele Informationen zu der Pi Allgemein und zu meinem Setup preisgegeben. Heute hab ich mir gedacht es wäre mal an der Zeit ein Fazit zu ziehen, wie sich die Raspberry Pi als Media Center im Alltagsbetrieb macht.

Raspberry Pi - Allgemein (Teil 1)

Raspberry Pi - Media Center/XBMC (Teil 2)

Raspberry Pi - Media Center/XBMC (Teil 3)

Die Pi bietet für 35-40€ ein absolut fantastisches Preis-Leistungs Verhältnis. Selbst bei Media Playern im Bereich von über 100€ ist es selten ein so anpassbares Gerät zu finden. Dank XBMC gibt es eine große Auswahl verschiedener Skins, bei denen jeder Nutzer seinen Favorit wählen kann.

Durch das integrierte Add-On System kann man enorm viele Erweiterungen runterladen und installieren. Es gibt kaum eine Videoplattform (YouTube, Vimeo) die man hier nicht findet.

Meiner Meinung nach ist XBMC die mit Abstand beste Software Lösung für ein Media Center.

Die Videowiedergabe funktioniert bei bestimmten Voraussetzungen wunderbar. Besonders streng sind diese Voraussetzungen allerdings nicht. Videos sollten im MKV, MP4 oder AVI Container vorliegen. Als Codec darf h264, divx, xvid und mit gekauftem Plugin auch MPEG2 und VC-1 genutzt werden. Audio kann eigentlich in jedem beliebigem Format vorliegen. Hatte die Pi anfangs noch Probleme mit DTS, so ist dies bei den neueren Distributionen durch viel Software-Optimierung größtenteils behoben.

Einzig sollte die Bitrate bei h264 20Mbit nicht überschreiten, da es sonst zu Ruckeln kommt.

Wie ich bereits oft angemerkt habe, ist es empfehlenswert zum Streaming NFS als Freigabe zu verwenden. SMB, AFS und DLNA sind alle etwas langsamer und so kann es beim Abspielen zu Rucklern kommen. Falls kein NFS zur Verfügung steht, sollte man am ehesten noch SMB nutzen.

Auch Live-TV beherrscht die Pi. Das heißt ihr könnt über verschiedene Add-Ons eure TV-Quelle einbinden. In meinem Fall ist die Quelle ein VU+ Receiver (Solo 2). Funktioniert in SD mit dem MPEG2 Codec recht gut. Allerdings kann man HD-TV vergessen. Viel zu oft gibt es hier Abbrüche oder Asynchronen Ton. Auch die 720p Sender von ARD und ZDF laufen nicht zufriedenstellend.

Airplay über iPhone oder iPad funktioniert leider auch sehr bescheiden. Ich hab es eigentlich noch nie hinbekommen, dass ein Stream länger als 10 Minuten läuft. Oft stürzt auch das gesamte System ab und man muss es neustarten. Wer eine zuverlässigen AirPlay Player will, sollte sich dann doch eher eine AppleTV zu legen.

Die Pi kann übrigens keine DRM-Geschützten Inhalte abspielen und auch AirPlay-Mirroring ist nicht möglich.

Auch muss ich Allgemein etwas über die Stabilität meckern. Es passiert einfach zu oft, dass sich die Pi in irgendwelchen Menüs aufhängt. Helfen tut hier dann oft nur ein Restart der Pi. Leider ist es dazu nötig das Gerät vom Strom zu trennen und wieder anzuschließen. Manchmal kann man über SSH aber auch einen Reboot anstoßen.

Positiv zu erwähnen ist, dass beim Abspielen von Videos Abstürze so gut wie nie auftreten. (Ausnahme Airplay)

Hier dann noch einige weitere positive Sachen die mir aufgefallen sind:

  • Es gibt immer noch sehr oft Updates. Daran sieht man, dass Entwickler weiterhin am optimieren sind.
  • CEC. Es gibt einfach nichts praktischeres als mit der TV-Fernbedienung die Oberfläche bedienen zu können. Dieses Feature bieten die meisten Media Player NICHT an.
  • iPhone und Android App als Fernbedienung oder um direkt Videos zu starten. Die offizielle iPhone App ist wunderschön gestaltet. Für Android empfehle ich eher Yatse, da die offizielle App wenig veraltet ist und wenig Features bietet.
  • Offen. An der Pi sieht man wiedermal wie toll offene Plattformen doch sind.

Und einige negative:

  • openELEC hat keine Auto-Update Funktion. Für Power-User kein Problem aber warum ist das nicht direkt in das System eingebaut? Wie es bei anderen Distributionen aussieht kann ich leider nicht sagen.
  • Blinkende und Leuchtende LEDs auf der Pi. Ich hab die LEDs abgeklebt da sie im Filmbetrieb am Abend einfach extrem nervig waren.
  • 3D nur über SBS oder OU Verfahren.
  • Performance. Man merkt im Menü doch immer mal das die Pi an der Grenze arbeiten muss. Auch HDTV funktioniert nicht. Ich hoffe das wir in den nächsten Monaten mit einer überarbeiteten Pi rechnen können (Dual-Core? )

So das war es erstmal. :-)

3 Comments