Vor ca. einer Woche gab das US Unternehmen Yahoo ein Redesign seines

flickr

Online Foto Dienstes bekannt.

Flickr ist ein seit 2004 verfügbarer Dienst, der es dem Nutzer erlaubt seine digitalen Fotos auf der Plattform hochzuladen. Zugleich bietet Flickr wie alle modernen Webservices eine Community Plattform um Fotos von anderen Nutzern zu sehen und seine eigenen zu teilen.

Mit dem neuem Design versucht Yahoo Fotos zum zentralen Punkt der Webseite zu machen. So sieht man auf der Startseite populäre Fotos in einer hohen Auflösung und gleichzeitig so wenig leere Stellen wie möglich.

Das wohl wichtigste neue Feature ist die Möglichkeit 1 Tbyte an Fotos kostenlos hochzuladen. Damit hat flickr ein ziemlich beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal, da beispielsweise Google auf der eigenen Fotoplatform Picasa (bzw. Google+) lediglich 15Gbyte kostenfrei anbietet. Die Fotos werden übrigens in der Originalauflösung hochgeladen, es wird also nicht wie bei manchen anderen Services die Fotogröße verändert.

1 Tbyte an Daten pro Nutzer sind natürlich ein wahnsinniges Datenaufkommen und ich bin gespannt ob Yahoo's Server dieses auf Dauer auch aushalten. In den ersten Tagen nach der Bekanntgabe gab es von einigen Nutzern Klagen aufgrund der schlechten Erreichbarkeit der Webseite. Mittlerweile scheint aber alles problemlos zu laufen.

Ich persönlich hatte flickr vorher nie genutzt. Da ich aber sehr experimentierfreudig bin, habe ich mich sofort nach der Bekanntgabe angemeldet und meine ersten Fotos hochgeladen. Der Prozess gestaltet sich über die Webseite relativ einfach.

Fotos kann man per Drag&Drop oder per Dateidialog hochladen. Nach dem Hochladen ist es wie bei Foto Webdienste üblich diese Fotos mit Tags zu versehen und in Alben zu verwalten.

Wer eine Menge an Fotos hochladen will, kann sich mal den

Flickr Uploadr

anschauen. Dieses Tool für Mac und Windows ermöglicht es ebenfalls komfortabel seine Fotos hochzuladen.

In Sachen Privatsphäre macht flickr das ähnlich wie alle anderen Dienste. Hochgeladene Fotos können als privat oder öffentlich markiert werden. Im privaten Modus kann nur der Nutzer selbst und zugelassene Freunde darauf zugreifen. Im öffentlichem Modus, kann praktisch jeder Internet Nutzer auf diese Fotos zugreifen. Es ist also Vorsicht geboten, wenn man Fotos hochlädt die evtl. nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Das gute ist allerdings, das flickr Fotos standardmäßig als Privat markiert (im Gegensatz zu manch anderen Foto Services). Schnappschüsse in der App werden allerdings standardmäßig als Öffentlich deklariert.

Workflow

Neben dem Upload über Weboberfläche und einem Standalone Programm gibt es auch weitere komfortable Möglichkeiten.

Für mich extrem praktisch war die in iPhoto eingebaute Funktion, Fotos zu Flickr hochzuladen. So konnte ich Ereignisse in iBooks direkt zu Alben in flickr hochladen ohne großen Aufwand.

Ich vermute, dass andere Fotoverwaltungstools ähnliche Möglichkeiten bieten, da flickr eine offene API hat.

Innerhalb von flickr kann man sich zu einem öffentlichen Foto ein Link erzeugen lassen, was ich sehr praktische finde, um bspw. jemandem schnell und unkompliziert einen Schnappschuss zu zeigen.

Apps

Zusammen mit dem Redesign enthüllte Yahoo ebenfalls neue Apps für die iOS und Android Plattform. Leider ist es nur eine Phone-App. Eine speziell angepasste iPad Version gibt es leider noch nicht. Ich hoffe da folgt noch was, da ich auch gerne eine native App auf meinem iPad nutzen würde.

Die iOS Applikation bietet beim Start ähnlich wie die Webseite erstmal einen Überblick über momentan populäre Fotos. Finde ich persönlich sehr schön. 

Die Android App sieht ziemlich anders aus und orientiert sich an den Holo-Designrichtlinien von Google. Funktional ist die App der iOS Version ebenbürtig. Persönlich finde ich die iOS Version im Design viel besser.

Daneben bietet die App natürlich auch an die eigenen Fotos oder die der Freunde anzusehen.

Das wichtigste Feature, der Photo Upload ist etwas versteckt unter dem Kamera Symbol. Um Fotos aus der Galerie hochzuladen, muss man also erstmal das Kamera Symbol anklicken und dann unten Links neben dem Auslöser drücken. Importierte sowie geschossene Fotos innerhalb der App können mit Filtern ausgestattet werden. Das funktioniert sehr ähnlich zu Instagram und sieht natürlich hübsch aus.

Ein Feature vermisse ich leider noch. Ein automatischer Foto Upload, so wie es beispielsweise die Dropbox oder Google+ App bietet, wäre sehr praktisch. Ich denke das in einem zukünftigem Update diese Funktion auch nachgeliefert wird.

Laut den ersten Gerüchten, wird Flickr und Vimeo in iOS7 und MacOSX 10.9 eine größere Rolle spielen. Ich vermute das dann der Export von Fotos zu Flickr direkt aus der Galerie App heraus möglich ist.

Fazit:

Dank 1 Tbyte Speicherplatz und einer großen Featurevielfalt nutze ich Flickr nun als meine primäre Plattform für Fotos. Das vorher von mir genutzt Picasa bietet viel weniger Speicherplatz und auch die Funktionalität und das User Interface sind nicht zu vergleichen mit Flickr.

Ein sehr guter Job von Yahoo. Ich hoffe nur das die Server die Masse an Fotos die in den nächsten Jahren aufkommen wird auch standhält.

Im Netz gab es übrigens ein größeren Shitstorm von flickr Nutzern die schon länger diese Plattform nutzen. Diese beschweren sich größtenteils über das neue Design, da es ohne Vorwarnung einfach radikal geändert wurde. Kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen, da ich finde Yahoo hat flickr einen frischen und modernen Anstrich verpasst. Allerdings war ich vorher natürlich auch kein flickr Pro User :-)

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