Auf meinem Blog biete ich bereits einige Anleitungen zum Thema Videokompression mit x264 an. Leider sind diese Anleitungen meistens etwas komplizierter und nur mit einem gewissen Zeitaufwand durchzuführen. Deshalb hab ich mich entschlossen diesmal eine einfachere Lösung vorzustellen, die aber trotzdem hochqualitative Rips ermöglicht.

Da ich soweit wie möglich immer darauf achte alle meine Anleitungen für alle Plattformen (Win/Mac/Linux) anzubieten, habe Ich mich in den letzten Wochen mit einigen Lösungen beschäftigt. Ich entschied eine Anleitung zu Handbrake zu schreiben, da es meiner Meinung nach die momentan flexibelste und einfachste Oberfläche bietet um Videos zu komprimieren.



Handbrake kenne ich schon seit längerer Zeit, bin damit aber nie richtig warm geworden.
Zum einen bot es keine Möglichkeit bei den Kompressionseinstellungen direkt auf die x264 Einstellung zuzugreifen und zum anderem gab es keine integrierte Möglichkeit BluRay Untertitel zu verarbeiten.
Diese beiden Kritikpunkte sind allerdings in der aktuellsten Nightly Version behoben.


Handbrake gibt es für Windows, Mac und Linux. Alle drei Versionen basieren auf dem selben Unterbau, verwenden für die Oberfläche aber jeweils ein anderes Grafik Framework.
Deshalb sehen die Versionen auf jedem OS auch etwas anders aus. Die Handbrake Entwickler haben aber trotzdem versucht das User Interface einheitlich zu gestalten, so dass man sich relativ schnell zwischen den einzelnen Versionen zurecht findet.

Handbrake ermöglicht es Videos jeder Art zu komprimieren und als MKV oder MP4 Container mit Video, Audio, Kapitel und Untertitelspur abzusichern.

Wie gesagt wird in dieser Anleitung die aktuellste Nightly genutzt, da die aktuelle Final Version einige wichtige Features vermisst.

Da sich die Oberfläche der Nightly Versionen doch öfters mal ändert, werde ich diese Anleitung sobald eine neue Finale Version zur Verfügung steht überarbeiten.

Download und Installation:


Zur Installation muss man je nach OS unterschiedlich vorgehen:

Ubuntu:


Handbrake unter Ubuntu

Für Ubuntu gibt es ein PPA, mit dem man täglich die neuste Version zur Verfügung gestellt bekommt.
https://launchpad.net/~stebbins/+archive/handbrake-snapshots

Zum Installation folgende Befehle hintereinander eingeben:

sudo apt-add-repository ppa:stebbins/handbrake-snapshots  --- mit Enter bestätigen
sudo apt-get update
sudo apt-get install handbrake-gtk


Mac:
Handbrake unter Mac (Mountain Lion)


Zur Installation der Mac Variante lädt man unter:
https://build.handbrake.fr/job/Mac/

die GUI Version herunter, und verschiebt dann die .app Datei in das Programme Verzeichniss.


Windows:


Handbrake unter Windows (7)

Ähnlich wie bei der Mac Version lädt man hier die GUI Version runter
https://build.handbrake.fr/job/Windows/

Man kann noch zwischen der 64Bit und 32Bit Version wählen.

Man erhält ein .exe Datei, mit der man Handbrake installieren kann.


Benutzung:

Das erste was gemacht werden muss, ist die zu konvertierende Videodatei als Quelle rein zu laden. Falls das Video bereits als einzelne Datei (z.B. MKV, MP4, AVI, FLV) vorliegt, könnt ihr diese laden, in dem ihr auf den Button "Source" klickt und sie auswählt.

Falls bei euch eine DVD oder BluRay vorliegt, solltet ihr die vorher zu einer MKV machen. Zwar kann Handbrake diese auch direkt laden, allerdings gibt es da öfters Probleme.

Um aus einer DVD oder BluRay eine MKV zu machen empfehle ich MakeMKV. Das Programm ist ebenfalls Cross-Platform, läuft also auch unter Linux, Mac und Windows.

Achtung: Es ist nach deutschem Recht illegal einen Kopierschutz zu umgehen. Daher ist es illegal dieses Tool zu nutzen wenn damit ein Kopierschutz umgangen wird.

MakeMKV erkennt automatisch die eingelegte DVD oder BluRay. Anschließend kann man auswählen welche Titel man speichern will und welche Audio u. Untertitelspuren man behalten möchte.

Nachdem ihr die Datei geladen habt, kann man sich nun an die Einstellungen machen.

Ganz oben unter Destination stellt ihr ein, wo die Zieldatei gespeichert werden soll. Außerdem könnt ihr daneben einstellen ob nur ein Teil des Films komprimiert werden soll.

Unter Format könnt ihr das Container Format wählen. Für maximale Features, wählt ihr MKV. Für maximale Kompatibilität eher MP4. Ich empfehle schon MKV zu verwenden, da die meisten heutigen Player damit umgehen können. Ausnahme ist z.B. die Playstation 3 von Sony. Aber auch dann gibt es Möglichkeiten MKV abzuspielen, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte.

Was kann MKV, was MP4 nicht kann?
Mit MKV könnt ihr auch BluRay und DVD Untertitel speichern sowie DTS Tonspuren. Bei MP4 bleibt bei Untertiteln nur die Möglichkeit diese ins Bild einzubrennen oder eine sehr zeitaufwändige Konvertierung in ein Textformat. (siehe diesen Post von mir)

Um die weiteren Einstellungen zu erleichtern, habe ich drei Handbrake Profile erstellt.

  • plantoschka-fast: Die schnellste Einstellung, die noch gute Qualität erbringt.
  • plantoschka-slow: Langsamer dafür bessere Qualität
  • plantoschka-best: Qualität so weit wie möglich optimieren, Encode dauert sehr lange.
Download der Profile: http://goo.gl/7FVFe

Zum Importieren der Profile entpackt ihr das Archiv und wählt rechts unten Options und Import. 
Unter Mac wählt ihr in der oberen Menüleiste Presets und Import.

Nach dem reinladen und auswählen der Profile, sollte noch der CRF-Wert eingestellt werden. 20 ist ein guter Kompromiss aus Größe und Qualität. Alles über 20 produziert dann schon deutlich schlechtere Qualität aber auch kleinere Dateien. Umgekehrt, sollte man eigentlich nie unter 18 gehen. 18 produziert  meist ein Bild das von der Quelle kaum zu unterscheiden ist. Oft ist die Dateigröße dann aber auch nur marginal kleiner als die der Originaldatei.

Unter den Tabs Audio und Subtitles, kann man dann noch auswählen welche Audiospuren und Untertitelspuren man speichern möchte. Außerdem kann man das Format der Audiospuren festlegen. Ich persönlich belasse die Spuren immer im Original, da ich keinen Qualitätsverlust möchte.

Video:


Zum Abschluss, hab ich noch ein kleinen Screencast erstellt :-)



Fazit:

Handbrake bietet in der aktuellen Nightly Version so gut wie alle Features die man braucht um DVDs oder BluRays zu komprimieren. Ich bin in meinem Workflow nun schon lange auf MakeMKV in Kombination mit Handbrake umgestiegen, da es schnell und einfach geht und man die gleichen Ergebnisse erzielt wie mit dem Weg zu Fuß (ffmpeg, x264 Kommandozeile).

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