Was ist Evernote?


Evernote ist ein Dienst, der es ermöglicht Notizen, Dokumente, Bilder sowie Audio und Video Daten in der Cloud zu speichern. Die Daten kann man in verschiedenen Notizbüchern organisieren und ihnen Tags zuordnen. Alle Daten werden indiziert, so dass man mühelos mit der integrierten Suchfunktion seine Daten wiederauffinden kann. Eine Besonderheit ist es, dass auch Bilder mittels Texterkennung gescannt werden und somit auch durchsuchbar sind. Praktisch wenn man  z.B. schnell ein Foto von einem Text schießt. Auch gibt es Browser Plugins für Firefox und Chrome/Chromium um eine im Web besuchte Seite zu speichern (kompletten Inhalt oder nur URL)



Es gibt eine offizielle Client Software für Windows, Mac, Android, iOS, BlackBerry, WP7 sowie eine Web-Version. Die Nutzung mit Linux ist allerdings auch problemlos möglich (dazu mehr weiter unten).

Was sind die Unterschiede zu Dropbox?


Im Gegensatz zu Dropbox ist Evernote nicht Datei basiert. Das heißt man hat Informationen nicht in Dateien gespeichert, die man z.B. mit LibreOffice oder seinem Bildprogramm öffnet. Man kann allerdings auch in Evernote Dateien als Anhang zu einer Notiz hinzufügen.

Beides hat natürlich Vor- und Nachteile.

So ist es möglich mit Evernote überall seine Informationen abzurufen ohne erst passende Software zu Darstellung installieren zu müssen.

Auch ist dank der Indizierung jeder Eintrag durch die Suchfunktion relativ einfach zu finden. In Dropbox gestaltet sich das schwerer, besonders auf Mobilen Geräten. Ich kann auf einem Android Tablet z.B. schlecht alle Dokumente in meiner Dropbox nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.

In Evernote gibt es keinen maximalen Speicher wie bei Dropbox, sondern man kann je nach Kontoart (Free/Premium) verschiedene Mengen an Daten pro Monat hochladen.

Kollaboration ist in beiden Systemen möglich.

Es sind eigentlich vollkommen unterschiedliche Ansätze, und das ist auch gut so. Ich nutze übrigens beide Dienste.


Evernote unter Linux?


Es gibt drei Möglichkeiten Evernote unter Linux zu nutzen.


  1. Die Weboberfläche
  2. Alternative OpenSource Client für Evernote: NixNote
  3. Original Client für Windows mit Wine

1. Weboberfläche
Bietet einem von überall Zugriff und auch die grundlegendsten Funktionen. Was aber z.B. fehlt ist eine PDF Vorschau sowie eine Offline-Funktion.

2. NixNote (früher Nevernote)

Dank der offenen API ist es Fremdherstellern möglich eigene Clients für Evernote zu schreiben. NixNote ist einer davon (soweit ich weiß auch der einzige).

NixNote läuft zwar nativ unter Linux, ist allerdings leider nur Java-Software. Das Tool ist manchmal sehr träge und hat zumindest bei mir eine Fehlerhafte PDF-Darstellung.

3. Evernote mit Wine

Der Windows-Client in Version 4.5.3 läuft bei mir unter Wine anstandslos und ist sogar fixer als NixNote. Die PDF-Darstellung funktioniert hier als einziges problemlos und auch sonst macht es seinen Job anstandslos. Einzig Audio-Notizen die ich mit meinem Android-Smartphone aufgenommen hab, kann ich leider nicht abspielen. Das scheint wohl ein Codec Problem zu sein und ist auch mit dem Web-Client und NixNote nicht möglich. Es wäre wohl sinnvoll wenn Evernote die Dateien nach dem Upload automatisch nach MP3 konvertiert.



Ich empfehle einfach die Web-Version zu nutzen. Wer mehr Features will, nutzt die Version mit Wine. Ein offizieller Client für Linux ist leider nicht geplant.

Evernote Mobil

Das so ein Dienst meiner Meinung nach nur wirklich Sinn macht, wenn man wirklich überall und jederzeit Notizen machen kann und diese einsehen kann, hab ich mir auch die App für Android Smartphone und Tablets angesehen.

Android-Smartphone:

Die Smartphone App ermöglicht es Notizen zu erstellen und vorhanden einzusehen. Bei der Erstellung neuer Notizen ermöglicht es auch, Bild mit der Kamera zu schießen sowie Audio Aufnahmen per integriertem Mikrofon aufzunehmen. Auch kann man beliebige Sonstige Dateien (z.B. Videos) anhängen.



















Android-Tablet:

Die Tablets Version bietet die selben Features, hat aber aufgrund der Displaygröße ein anderes Interface, das natürlich mehr Übersicht ermöglicht. Leider fehlt eine Freihand Eingabe (also ohne Tastatur) und eine womöglich damit einhergehende Texterkennung.




Dank dem Android System kann man aus anderen Applikationen heraus, nach Evernote exportieren. Zum Beispiel ein Bild mit Skitch zeichnen und dann per Share-Funktion zu Evernote schicken.

Die Applikation wird regelmässig aktualisiert und um neue Features erweitert.

Datenschutz?


Wie auch bei Dropbox sitzt der Dienst in den USA, weshalb man aufpassen sollte mit dem Speichern von persönlichen oder gar geheimen Daten.
Wenn man das doch will, sollte man seine Daten verschlüsseln und diese an eine Notiz anhängen.

Wer mehr zum Datenschutz bei Evernote wissen will: Privacy Policy

Fazit


Ein weiterer wundervoller Dienst im Web2.0 Zeitalter. Mit Evernote kann ich schnell und einfach z.B. Vorlesungsfolien und Mitschriften verwalten, Kommilitonen freigeben und diese dank der Mobilen Apps von überall einsehen. Dank der hervorragenden Indizierung kann ich jede Notiz auch nach Jahren noch finden.
Besonders praktisch ist natürlich auch, dass sogar Bilder die Text beinhalten durchsucht werden.

Ich nutze den Dienst nun seit ca. 2 Monaten und bin gespannt wie sich das Entwickeln wird. Gestern hab ich mir auch einen Premium Account zugelegt. Kostet 5$ im Monat oder 45$ im Jahr, was ich für ziemlich günstig halte.
Mit der Premium Version kann man u.A. monatlich ein Gigabyte an Daten speichern und Notizbücher in der Mobilen App für die Offline Nutzung speichern.

Alle Features der Premium Version sieht man hier.

Es ist möglich alle seine Daten als XML Datei runterzuladen. Falls der Dienst also mal schließt ist man nicht aufgeschmissen.



Hier noch ein interessantes Interview mit dem Chef von Evernote (Deutsch)
http://futurezone.at/digitallife/4829-phil-libin-evernote-sind-deine-freunde-egal.php

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