Nach meinem gestrigen Erfahrungen mit Gnome 3 unter openSUSE, habe ich heute ,die wie der Name schon sagt auf Ubuntu basierende Distribution, Xubuntu 11.4 angeschaut.

Xubuntu bringt in der neusten Version das mittlerweile sehr erwachsene XFCE 4.8 mit. Als Dateimanager fungiert wie immer Thunar, als E-Mail Programm Thunderbird und als Browser Firefox in der neuesten Version 4.
Neu ist auch der in Perl geschriebene Musikplayer gmusicbrowser. Er soll XFCE typisch sehr leichtgewichtig sein und auch mit sehr großen Musikbibliotheken fix umgehen können.

Die Installation des Systems verhält sich genauso komfortabel wie die Ubuntu Installation. Man kann also ebenfalls bei der Installation bereits Update einspielen, proprietäre Software aktivieren und seinen eigenen Home Ordner verschlüsseln.

Nach dem Start begrüßt Xubuntu einem mit einem wirklich schönen und aufgeräumtem Standarddesktop.

leicht angepasster Standarddesktop



Das neue standardmäßige Hintergrundbild und der neue Fensterdekorator der stark an Elementary angelehnt ist, wirken wirklich sehr hübsch.
Insgesamt erinnert der Desktop sehr an Gnome 2 nur ist XFCE schneller und ressourcensparender.

Auch die Anpassbarkeit wird in XFCE groß geschrieben. Ähnlich wie in Gnome2, lässt sich fast jedes Detail über den aufräumten Einstellungsdialog konfigurieren. Gnome3 und auch Unity dagegen hinken in Sachen Konfigurierbarkeit doch noch stark hinterher.

Das Panel oben unterstützt sogar die sehr genialen AppIndicatoren die man aus Ubuntu kennt. Ein Klick auf das Mail Icon oben, zeigt so neue E-Mail Nachrichten, Statusmeldungen aus Facebook und Twitter oder Sonstige individuell einstellbare Benachrichtigungen. Bei neu auftretenden Benachrichtigung leuchtet das Icon dann Blau.

Um GoogleMail da oben zu integrieren, hab ich das Paket "gm-notify" aus dem Ubuntu Software Center was ebenfalls mitgeliefert wird, installiert.

In der Default Konfiguration findet man an der unteren Bildschirmkante ein verstecktes Panel. Dieses bietet die Funktionalität, einige Programme schnell zu starten. Leider ist es (noch) nicht möglich das Panel als Taskleiste ähnlich wie AWN oder Docky zu verwenden.
Ich habe das Panel momentan auf die linke Desktopseite verschoben, bin mir aber nicht sicher ob ich es dann eventuell doch durch AWN oder ähnliches ersetzen werde.

XFCE kommt mit GTK-Anwendungen wirklich großartig zurecht. Die Programme arbeiten schnell und sind optisch auf dem gleichem Stand wie in Gnome. Es herrscht also nicht das KDE<->Gnome Darstellungsproblem (Das ja mittlerweile auch ganz gut gelöst sind).

Der gmusicbrowser integriert sich ebenfalls wunderbar in den Sound AppIndicator, der es dann ermöglicht komfortabel durch Tracks zu skippen.

Leider hab ich noch das Problem, das in der oberen Leiste zwei Soundicons integriert sind. Eines davon gehört zur Benachrichtigungsfläche (das "alte" System das noch viele Anwendungen wie Skype nutzen) und das andere zur Nachrichtenanzige (für die AppIndicatoren).
Wie ich das in der Benachrichtigungsfläche entferne, hab ich noch nicht herausgefunden.

Den Standard Texteditor Mousepad habe ich durch gedit ersetzt, da Mousepad leider (zumindest soweit ich weiß) keine Syntaxhervorhebung bietet.

Nun möchte ich noch wie gestern auch einige spezifische Sachen die ich zum vernünftigen arbeiten mit meinem Laptop brauche:

1. Durch die 1280x800er Auflösung ist nicht sehr viel Platz gegeben, deshalb wäre es wünschenswert, wenn das DE platzsparend agiert.

Da man ja nur das Panel oben sieht, hat man genug Platz um sich ordentlich auf dem Desktop auszutoben. Wer will, kann sich noch ein Dock ala AWN installieren um komfortabel zwischen Anwendungen zu switchen.

2. Eine schnelle Übersicht aller laufenden Anwendungen und ein ebenso schneller Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen.

Das macht XFCE zwar ganz gut, das Gnome3 Konzept war allerdings noch besser. Wie bereits oben erwähnt macht AWN das dann komfortabler :-)

3. Schnell und gleichzeitig Ressourcensparend. Ich hab zwar immerhin ein DualCore mit über 2Ghz und 4Gb Ram drin, trotzdem ist das System nicht vergleichbar mit meinem QuadCore Desktop. Alles was hängt und nicht flüssig geht nervt.

Hier hat XFCE deutliche Vorteile gegenüber Gnome3 oder Unity (Gnome2). Der Desktop ist wohl mit das schnellste was man heute an modernen DesktopEnviroments findet. (LXDE gehört sicher auch dazu)

4. Grafische Effekt? Ich hab nichts gegen ein bisschen EyeCandy, solang dadurch mein ganzes System ausgebremst wird.

Das macht XFCE ebenfalls um einiges besser als Gnome3 oder Unity. Compositing lässt sich komplett deaktivieren ohne das man großartige Features einbüßen müsste. Gnome 3 und Unity funktionieren dagegen ohne Grafische Effekte nicht wie vorgesehen, oder garnicht.


Fazit:

Xubuntu 11.4 macht einen hervorragenden Job. Meiner Meinung nach sollten Ubuntu Nutzer die mit Unity nichts anfangen können auf jedenfall ein Blick auf Xubuntu werfen. Es verhält sich sehr ähnlich wie Gnome 2, ist super performant und lässt sich hervorragend an die eigenen Vorlieben anpassen.

Ob Xubuntu 11.4 auf meinem Laptop bleibt?
Vorerst ja. Es läuft einfach zu gut und sieht klasse aus.

Es sieht so aus als hab ich nun ein System gefunden, mit dem ich die nächsten Monate auf meinem Laptop arbeite. :-)

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