Heute war ich mal wieder etwas am experimentieren. Da ich irgendwie nach einigen Tagen Ubuntu 11.04 doch sehr ernüchtert bin, besonders was Unity und die damit verbundene Umstellung der Arbeitsweise angeht, schaute ich wiedermal nach Alternativen.
Zu Unity und meiner Finalen Meinung dazu, könnt ihr hier auch was lesen. Eventuell werde ich dem aber demnächst einen eigenen Post spendieren.

Vor einigen Wochen warf ich ja bereits ein ersten Look auf Gnome3 mit der Fedora 15 Alpha, also beschloss ich die Finale Version von Gnome 3 mal genauer anzusehen.
Als Distribution verwendete ich diesmal openSUSE, da mir 11.4 insgesamt wirklich sehr gut gefiel.


Um Gnome3 unter openSUSE zu installieren, folgt einfach dieser Seite.
Alternativen um Gnome3 in Betrieb zu nehmen, sind momentan die Fedora15 Beta oder ArchLinux. Das Gnome3 Repository für Ubuntu 11.04 soll noch katastrophal sein also lieber nicht ausprobieren.

Da  ich auf meine Desktop mit ArchLinux und KDE überglücklich bin, spielte ich nur am Laptop rum.

Die Key-Features worauf es mir beim Arbeiten auf meinem 13,3" Laptop ankommt:
  1. Durch die 1280x800er Auflösung ist nicht sehr viel Platz gegeben, deshalb wäre es wünschenswert, wenn das DE platzsparend agiert. Unity macht hier eigentlich alles richtig, mit Global Menus kann ich mich aber leider nicht anfreunden.
  2. Eine schnelle Übersicht aller laufenden Anwendungen und ein ebenso schneller Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen.
  3. Schnell und gleichzeitig Ressourcensparend. Ich hab zwar immerhin ein DualCore mit über 2Ghz und 4Gb Ram drin, trotzdem ist das System nicht vergleichbar mit meinem QuadCore Desktop. Alles was hängt und nicht flüssig geht, nervt.
  4. Grafische Effekt? Ich hab nichts gegen ein bisschen EyeCandy, solang dadurch mein ganzes System aus gebremst wird.

Das Update auf Gnome3 verlief recht schnell und problemlos, und  so sah ich einige Minuten später bereits den (un)gewohnten Gnome3 Desktop.

Die Usability bei Gnome3, schätze ich um einiges höher ein also bei Unity. Mit einer einfachen Mausbewegung sehe ich eine visuell beeindruckende Übersicht meiner laufenden Programme.
Allgemein denke ich das die Gnome Entwickler sich sehr (sehr) viel mehr Gedanken zum Allgemeinen Konzept und der Zukunft des Desktop als Canonical gemacht haben. Klar fehlen noch einige Einstellungsdialoge und Features aber insgesamt macht Gnome 3 für ein .0 Release einen Super Job.

Unity dagegen wirkt katastrophal, sobald ich oben Links den AppLauncher aufmache. Ich weiß nicht was sich Canonical hier gedacht hat, aber das ist eine einzige Katastrophe. Um ein einzelnes Programm zu finden, ohne die Suche zu benutzen, können Ewigkeiten vergehen.
Dazu die meiner Meinung nach total unnötigen AppVorschläge im AppMenü. Wenn ich nach einem Programm suche, schaue ich im SoftwareCenter nach. Ich hoffe doch sehr das Canonical hier sehr stark ausbessert oder gleich das ganze Konzept fallen lässt. So wird Ubuntu jedenfalls Marktanteile verlieren anstatt gewinnen.

Naja zurück zu Gnome3.

1) Gnome3 agiert platzsparend, dadurch das man wirklich nur mit einem Panel oben auskommt. Leider machen die sehr breiten Fensterdekorationen absolut keinen Sinn.


2) Das macht Gnome 3 genial. Innovativ, schlicht und elegant !

3) Gnome3 und Unity haben beide das Problem, das sie nur im 3D Modus laufen. Ich stelle den Radeon Treiber so ein, dass er im Akkumodus auf der niedrigsten Stufe läuft und dabei spüre ich dann doch leichte Verzögerungen beim Scrollen oder Fenster verschieben. KDE macht das allerdings um einiges schlechter. Dafür ist es dort möglich die Effekte komplett zu deaktivieren.
Mit dem proprietärem Ati Treiber hab ich noch mehr Probleme. Nvidia oder Intel User werden hier sicherlich glücklicher werden.

4) Gnome3 und Unity nehmen sich hier nicht viel. Alles wirkt sehr schick aber nicht übertrieben. Leider bremsen die DesktopEffekte wie oben bereits erwähnt.


Fazit:

Gnome3 macht eine Menge richtig. Man geht einen ganz neuen, recht Innovativen Weg, der dem Linux Desktop hoffentlich gut tun wird.
Ob ich Gnome3 weiterhin auf meinem Laptop nutze?
Erstmal nicht. Mir fehlen einfach noch eine Menge Konfigurationsmöglichkeiten und Features die hoffentlich in den nächsten Monaten nach und nach in Gnome3 einziehen werden. Dann werde ich es mir vermutlich nochmal anschauen.


Was nun auf meinen Laptop draufkommt?

Ich werde mir aufjedenfall weiter einige Sachen anschauen. Auf meiner Liste ganz oben steht Xubuntu 11.04


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