Am 02. Februar diesen Jahres kündigte die Raspberry Pi Foundation überraschend eine neue Version der Raspberry Pi an. War die erste Raspberry Pi schon beim Release Anfang 2012 hardwarmässig unterdimensioniert, verschlimmerte sich die Lage in den nächsten Jahren aufgrund steigender Software-Anforderungen. Für einige Hobby-Anwendungen war die Leistung der Pi zwar mehr als ausreichend, aber für Anwendungen die etwas mehr Rechenleistung benötigten, (Browsen, Programmieren) war die Pi eher weniger geeignet.

Macht die Raspberry Pi 2 es nun besser? Prinzipiell gibt es nur zwei größere Änderungen:

  1. Ein neuer SoC. Der Broadcom BCM2836 ersetzt den in die Jahre gekommenen BCM2835. Zwar deutet der Sprung in der Nummer nur auf ein kleines Update hin, dahinter steckt aber viel mehr. Statt einem 700Mhz (Raspberry Pi) Kern, bietet die Raspberry Pi 2 vier 900Mhz Kerne. Das ganze wird abgerundet durch die Unterstützung des ARMv7 Instruktionssatzes, der ebenfalls einen Geschwindigkeitszuwachs zur Folge hat. Die Raspberry Pi Foundation spricht von einem Anstieg der Rechenleistung um den Faktor 6. Durchschnittlich kann man das so auch bestätigen, wobei es natürlich stark von der Anwendung abhängt.
  2. 1 Gbit Ram. Eine Verdoppelung des flüchtigen Speichers sorgt dafür, dass es nun weniger Probleme bei komplexen Anwendungen gibt.

Die GPU hingegen ist gleich geblieben, so dass man weiterhin 1080p H264 Unterstützung hat. Für HEVC (H265) oder höhere Auflösungen (4k) reicht es also noch nicht.Auch das Platinenlayout wurde vollständig beibehalten (vgl. B+), so dass es vollständig kompatibel zu vorhandenen Gehäusen ist.

Das Board war auch sofort ab dem 02. Februar bestellbar und bei einigen Händlern bereits auf Lager. Ich hab mir gleich mal 4 Stück bestellt, wovon 2 aber nicht bei mir bleiben werden.

Einsatzzwecke? Eines definitiv wieder für Kodi (ehemals XBMC). Dazu kann ich gleich sagen, dass es für Leute die nur Kodi nutzen es nicht unbedingt nötig ist auf die Pi 2 upzugraden. Die Videowiedergabe läuft genauso gut/schlecht. Lediglich Ladezeiten und Menüanimationen sind nun schneller. Übrigens hat Openelec (meine favorisierte Kodi Distribution) bereits fertige Images für die Pi 2 (http://openelec.tv/get-openelec)

Das zweite Board werde ich als (kleines) NAS einrichten. Dazu wird eine 2,5" Platte (2TB) angeschlossen. Das System soll rund um die Uhr laufen und mir folgende Funktionalitäten bieten:

  • Zugriff vom PC/Laptop/Tablet auf die 2,5" Platte
  • DLNA
  • Torrent-Downloads mit Transmission
  • OCH-Downloads mit pyLoad
  • Backups für meinen Macbook per TimeMachine
  • OpenVPN, da mein Anbieter in letzter Zeit gerne drosselt

Warum das ganze?

Ich bin momentan eigentlich nur noch am Macbook, iPad oder iPhone unterwegs. Zwar könnte ich am Macbook ebenfalls problemlos einen Torrent-Client laufen lassen, allerdings läuft dieses bei mir nicht 24/7. Mit einer zentralen Anlaufstelle für diese Dienste kann ich von jedem Gerät schnell einen neuen Download starten oder Videos per DLNA schauen.

 

In den nächsten Tagen und Wochen werde ich einige Tipps&Tricks geben wie ich das ganze umgesetzt habe.

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